Altlasten der Physik

Der KPK hat im Augenblick Gegenwind: Er wird vom AULIS-Verlag nicht mehr hergestellt und ab 2014 nicht mehr vertrieben. Vor seiner Verwendung wird gewarnt. Wer KPK-Gedankengut entdeckt, ist aufgefordert, es der DPG zu melden. Und nun auch die Altlasten. Immerhin, wir haben es in der Praxis der Naturwissenschaften – Physik in der Schule bis zur Altlast 147 gebracht. Der MNU-Zeitschrift waren die Altlasten 1994 bereits nach 3 Artikeln lästig.


Ich bin Herrn Schwarze, der die Veröffentlichung so lange betreut hat, dankbar. Er weiß vielleicht selbst gar nicht, dass er nicht nur die Veröffentlichung besorgt hat. Ohne ihn wäre das Schreiben der Altlasten schon lange eingeschlafen. Aber immer rechtzeitig vor der Herstellung des nächsten Heftes der Praxis bekam ich eine E-Mail mit einer freundlichen Erinnerung.


Besonders in den letzten Monaten ist uns noch einmal deutlich geworden, dass sich etliche Kollegen durch die Altlasten angegriffen fühlten. Als wir anfingen, war unsere Erwartung ganz anders. Wir waren so naiv, zu glauben, dass alle die Idee, dass man nach obsoleten Konzepten in der Physik suchen könnte und sollte, wunderbar fänden und sich an der Suche beteiligen würden. Es kam ganz anders. 

Da ich praktisch der einzige Autor geblieben war, stand ich schließlich da als derjenige, der alle anderen kritisiert und der alles besser weiß, ja, als der Aggressor. Damit hatte ich nicht gerechnet.


Als Angegriffener kann man auf zwei Arten reagieren: 

1. Man ignoriert die Artikel, und das ist die ganzen Jahre über passiert.

2. Man schlägt zurück: „Wenn der KPK-Autor sagt, dass in meinem Buch Fehler sind, dann werde ich ihm mal die Fehler in seinem eigenen Buch zeigen.“ Das hat die so genannte Gutachter-Kommission der Deutschen Physikalischen Gesellschaft versucht. 


Es tut mir leid, dass es so gekommen ist. Ich wollte nie jemanden persönlich treffen. Ich habe auch nie einen Fehler angeprangert, der nur in einem einzigen Buch auftrat. „Altlasten“ sind bei uns Fehler, Unstimmigkeiten oder Ungeschicklichkeiten nur dann, wenn sie weit verbreitet sind. 


Ich möchte von den wenigen Kommentaren, die mir zu den Altlasten vorliegen, zwei zitieren:

„Ich habe jeden einzelnen Artikel mehrmals verschlungen, und das war als angehender Lehrer genau das Richtige. Der Karlsruher Physikurs und die Altlasten der Physik haben mir die Augen für die wesentlichen physikalischen Prinzipien geöffnet, was für die Tätigkeit als Lehrer so fundamental wichtig ist.“

„Bei meinen Recherchen im Internet fiel mir auf, dass da im Zusammenhang mit der hergebrachten Form des Physik-Unterrichts ständig von „Altlasten“ und „Entsorgung“ die Rede ist. Ein sehr anmassender Anspruch, den ich in den konkreten Beispielen an fast keiner Stelle eingelöst sehen konnte!“

(Ich bitte die beiden Autoren dieser Sätze, mir nachzusehen, dass ich sie zitiere, ohne sie vorher gefragt zu haben.)


Karlsruhe, September 2013

F. Herrmann

Die Artikelsammlung wurde im Lauf der Jahre immer unübersichtlicher. Ein Teil lag in gedruckter Form vor, ein Teil in einem E-Book zusammengefasst, ein dritter Teil nur als Einzelartikel auf dieser Website. Es wurde Zeit zum Aufräumen. Wir haben daher aus allen bisher erschienenen Artikeln ein neues E-Book gemacht, im neuen Layout und im Kindle-Format. Die Artikel sind thematisch geordnet und mit dem Kindle-Reader bequem zu finden und zu lesen – auch auf dem Tablet.


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Karlsruhe, April 2020

F. Herrmann, G. Job, H. Schwarze